Hörtext 7
Sie hören jetzt ein Telefongespräch.
Evi ruft ihre Freundin Doris Waldinger in Köln an und bittet sie um Auskunft über die Stadt. Sie erkundigt sich nach Vorschlägen für eine Stadtbesichtigung und einigen anderen Punkten, die für sie von Bedeutung sind. Diese Punkte finden Sie in den Aufgaben. Notieren Sie während des Hörens die Informationen, die Sie im Gespräch zu diesen Punkten erhalten.
Zu dem Gespräch sollen Sie 10 Aufgaben lösen.
Sie hören das Gespräch einmal.
Lesen Sie jetzt die Aufgaben Nr. 31 bis 40 auf dem Notizenblatt. Lesen Sie bitte auch die Beispiele O1 und 02.
Dorle: Waldinger.
Evi: Hallo, Dorli, hier ist Evi.
D: Hallo, das ist aber eine Überraschung. Wie geht's dir denn so?
E: Naja.
D: Na, geh. „In Linz beginnt's" - so heißt es doch bei euch, oder? Was macht denn der Imi?
E: Vergiss es! Also, du weißt doch, ich bin jetzt in München und jobbe. Und ... ich hab' da ein Problem. D: Ja, 's ist nicht das erste Mal. Aber, sag schon.
E: Jetzt hört auf. Ich brauch' deine Hilfe. Da ist eine Gruppe von Japanern, alle aus der Foto-Branche. Die machen einen Besuch auf der Fotokina in Köln. Unterkunft ist geregelt - wir wohnen im Königshof.
D: Ist ja gut. Und was hat das mit dir zu tun?
E: Du, stell' dir vor. Du weißt doch, ich such' immer noch gute Jobs. Und so hab' ich meine Daten bei der Reiseagentur gelassen.
Plötzlich rufen die an und bieten mir eine Reisebegleitung an für zwölf Japaner, lauter Geschäftsleute - hab' ich dir ja schon gesagt.
D: Is' ja 'n dicker Fisch!
E: Erst hab' ich zugesagt und dann, dann hab' ich einen wahnsinnigen Schrecken bekommen, als ich merkte, dass ich vielleicht doch nicht die Richtige dafür bin. Aber ich bin von dem Job doch nicht zurückgetreten, denn ich brauch' schließlich das Geld. Dass die Sache ordentlich bezahlt wird, kannst du dir ja vorstellen.
D: Pass auf, wenn du keine richtige Ahnung hast von Köln, dann lass mal den ganzen Schmus mit Geschichte, Kunstgeschichte, Stadtgeschichte und zeig ihnen Sachen, die sie sonst im Reiseführer nicht finden.
Und das erklärst du ihnen so: „Wenn Sie einen objektiven Überblick über die Kunstwerke und die Geschichte Kölns haben wollen, dann sollten sie sich einen Bus mit Reiseführer mieten; der erzählt Ihnen alles ausführlich: Wo die Römer angefangen haben, dass die südliche Bronzetür des Kölner Doms von Beuys gemacht ist, was der Gürzenich für die Kölner bedeutet usw. usw."
E: Na klar. Das weiß ich ja auch nur entfernt.
D: Und, also, im Kontrast dazu bietest du ihnen eine alternative Stadttour - das ist dann wirklich unvergesslich. Fangen wir mal an.
E: Also, zuerst mal, was mach' ich mit denen am Tag?
D: Also, da machst du mit ihnen einen Rundgang am Severins-Tor oder in der Altstadt am Rhein und zeigst ihnen die alten Zunftgassen ...
E: He, das ist gut.
D: ... wo es für jedes Handwerk eine bestimmte Gasse gab, weißt du, und dazwischen nehmt ihr ab und zu ein Kölsch und esst einen „Halven Hahn".
E: Kenn' ich schon, das ist weder Gockel noch Henne.
D: Genau. Und übrigens, du kannst den Leuten dann sagen, wo das deutsche Wort „Kneipe" herkommt. Das waren nämlich in der Römerzeit die Verkaufsbuden am Rhein. E: Ach so?
D: Und die hießen „canabae". Da wurde auch was getrunken und daher kommt der
Name, verstehste?
E: Okay. Das muss ich mir merken! Ja, und was machen wir, wenn es regnet?
D: Da würde ich zwei Sachen machen: Entweder ihr lasst euch in der Deutschen Welle herumführen, da kenn' ich den Eckhard, der ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Der ist total flexibel, der macht einen tollen Rundgang mit euch so durch die Studios usw.
E: Na ja.
D: Oder ihr geht in die Firma Stollwerck, das Schokoladen-Paradies von Deutschland. Da gibt es so viel Schokolade, da kannst du vierzehn Tage lang nichts mehr davon sehen. Aber sehr gut gemacht. Die haben dort auch das Schokolade-Museum, wo gezeigt wird, wie diese Süßigkeit entstanden ist, die verschiedenen Produkte und die ganzen Geschmacksrichtungen. Das ist bei Touristengruppen immer der absolute Renner.
E: Na ja, das klingt ein bisschen zu süß für mich.
D: Da hätte ich noch einen Knüller. Aber, ich weiß nicht, ob das deine Gäste sehr interessiert.
Eine Führung durch den neuen Media-Park. Das macht jederzeit einer der Zuständigen dort - das kann ich dir vermitteln.
E: Hey, das ist genau das Richtige für meine Japaner.
D: Da sehen die ein Beispiel für Medien-Erziehung. Da wird Kindern und Jugendlichen nicht nur beigebracht, am Computer zu arbeiten, sondern auch wie man selbst Filme und Videos produziert.
Es sind oft Schulen da, die sich auf Projektarbeit vorbereiten, d.h. die Schüler lernen mit der Videokamera richtig umzugehen und lernen, wie man dann das gefilmte Material schneidet und zu einem Dokumentarstreifen montiert. Ein sehr gutes Beispiel von Mediendidaktik.
Die Typen in den Media-Zentren können das übrigens auch auf Englisch erklären.
E: Also das, das klingt gut. Jetzt haben wir wenigstens die Tage. Und am Abend?
D: Da geht ihr erst mal Kölsch essen, zum Beispiel zum Päffgen, das erreicht man alles zu Fuß.
Übrigens, vom Königshof aus, wo ihr untergebracht seid, könnt ihr auch mal rübergehen zum WDR - zum Westdeutschen Rundfunk. Da gibt es fast täglich Live-Diskussionen zu aktuellen Themen. Und ja, wenn sich einer von deinen Gästen traut, dann sollte er auch wirklich live zu einem der Themen was sagen. Gestern hatten wir zum Beispiel eine Diskussion über Jugendkriminalität: Ursachen, Therapien usw.
E: Du, ich weiß nicht so recht ...
D: Ein typisch Kölsches Kulturereignis: natürlich unsere „Black Fööss".
E: Black ... was?
D: Bläckföss. Cabaret und Musik der Extraklasse, ja aber den Dialekt, den versteht zum Teil nicht mal'n Deutscher. Nee ... ich glaub', das war' nichts.
E: Ja, dann gehen wir eben was essen und was dann?
D: Also, da empfehl' ich für romantische Gemüter „Papa Joe's Biersalon" mit einer Nostalgieband oder einem Pianisten oder einer Frauen-Singgruppe - in die Disco wollen die wahrscheinlich nicht, oder?
E: Nein, sicher nicht.
D: Du, da fällt mir noch was ein. Ihr könnt in den „Streckstrump" gehen.
E: Wohin?
D: In den „Streckstrump". Da geh' ich vielleicht sogar mit euch mit und führ euch hin. Das ist ein total uriges Jazzlokal: Dixieland oder Chicago-Style, Sägemehl auf dem Boden, ein Bier in der Hand, dicke Luft und eine riesige Jazz-Band, meistens Privatleute, die sich so zusammengetan haben, um Jazzmusik zu spielen, einfach so zum Spaß. Noch Fragen?
E: Also, das ist ja eine ganze Menge. Aber vielleicht kommst du doch mal beim Hotel vorbei und erklärst mir das noch mal. Bitte!
D: O.k., mach' ich. Du, kannst du mir dafür einen Katalog von der TOMATO-Ausstellung mitbringen?
E: Was für eine Ausstellung?
D: Na, die war in München, in der Neuen Sammlung, und ich hab' vergessen, einen Katalog mitzunehmen.
E: Okay. Mach ich. Also, wir kommen dann nächsten Donnerstagabend gegen sechs Uhr an. Schau mal bitte vorbei. Ganz lieben Dank. Baba!
D: Tschüs, bis bald.