Hörtext 5
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Hörtext 5

 

Sie hören jetzt ein Telefongespräch.

Herr Gierich ruft beim Tempus-Verlag in Zürich an. Er erkundigt sich nach den Möglichkeiten, ein von ihm entwickeltes Übersetzungsprogramm zu publizieren und nach einigen anderen Punkten, die für ihn von Bedeutung sind. Diese Punkte finden Sie in den Aufgaben. Notieren Sie während des Hörens die Informationen, die Sie im Gespräch zu diesen Punkten erhalten. Zu dem Gespräch sollen Sie 10 Aufgaben lösen. Sie hören das Gespräch einmal.

Lesen Sie jetzt die Aufgaben Nr. 31 bis 40 auf dem Notizenblatt. Lesen Sie bitte auch die Beispiele O1 und 02.

Sekretärin 1: Möggli. Tempus-Verlag Zürich. Gierich: Gierich. Eberhard Gierich. Guten Tag.

Sl: Grüezi. Hier ist der Tempus-Verlag.

G: Können Sie mich bitte mit Ihrer Redaktion Fremdsprachen oder Lexika oder so verbinden?

Sl: Was möchten Sie lieber? Die Redaktion Fremdsprachen oder die Redaktion Lexika?

Worum geht es?

G: Ja, also ... Bitte die Redaktion Fremdsprachen.

Sl: Moment bitte, ich verbinde Sie mit Herrn Dr. Fitting.

G: Danke, ich warte.

Sekretärin 2: Sekretariat Redaktion Fremdsprachen - was wünschen Sie bitte? G:  Kann ich bitte Herrn Dr. Fitting sprechen? Mein Name ist Gierich.

S2: Moment, ich verbinde. Dr. Fitting: Arnold Fitting. Sie wünschen bitte?

G: Hier ist Gierich. Eberhard Gierich. Ich bin Pädagoge und möchte gern einen Termin mit Ihnen, um Ihnen eine Neuentwicklung vorzustellen.

F: Worum handelt es sich dabei, bitte?

G: Es handelt sich um ein Übersetzungsprogramm, eigentlich das ultimative Übersetzungsprogramm. Bisher nirgendwo veröffentlicht.

F: Das tönt interessant. Aber sagen Sie uns doch etwas genauer, worum es sich da handelt.

G: Ja, natürlich. Also, es ist ein Programm, das ich mit meiner Frau entwickelt habe. Eine absolute Neuheit. Für 10 Sprachen, alles über PC oder Terminplaner abzuwickeln. Unfehlbar und vor allem schnell. Das ideale Programm für die Geschäftsreisenden.

F: Warum gerade für Geschäftsleute?

G: Nun, bei uns sind alle notwendigen Ausdrücke und Phrasen zu finden, die man für einen erfolgreichen Erstkontakt im Geschäftsleben braucht. Sehen Sie, man sitzt im Flugzeug, fliegt zu einem Geschäftstermin, fragt sich, wie sag' ich jetzt meinem japanischen Geschäftspartner etwas Nettes, zum Beispiel „Sie haben aber ein schönes Büro". Dann ist die Sitzung sozusagen sofort aufgetaut.

F: Das ist richtig, ja. Aber wie geht das Gespräch dann weiter? Ich meine, Sie können doch dabei nicht dauernd Ihren Apparat benutzen.

G: Na ja, das geht dann auf Englisch weiter - wie überall.

Aber wissen Sie, wenn man einen Gesprächspartner in seiner Muttersprache anspricht - und sei es nur mit ein paar freundlichen Worten in seiner Muttersprache - dann ist die Atmosphäre gleich viel besser, als wenn Sie auf Englisch loslegen „Hello, how are you? Nice place here."

F: Sie haben also ein Programm für Erstkontakte im Geschäftsleben?

G: Nein, nein. Am Ende fällt man dann wieder in die Muttersprache seines Partners zurück, bedankt sich auf differenzierte Weise, ich betone - auf sehr differenzierte Weise - und macht eine Gegeneinladung, zum Beispiel.

F: Also, ich weiß nicht, diese Ausdrücke findet man eigentlich in unseren und in anderen gängigen Sprachführern ebenfalls. Und auf der Didacta hab' ich da neulich auch ein paar PC-Programme gesehen, wo einer so etwas lernen kann.

G: Aber nicht didaktisch! Wissen Sie, die Sachen sind alle nicht didaktisiert. Da läuft ein Satz nach dem anderen, zum Beispiel „Finden Sie nicht, dass das Wetter heute besonders schlecht ist?", oder „Ich würde mich freuen, Ihre Frau Gemahlin kennen zu lernen".

Erstens völlig unbrauchbar, zweitens nicht didaktisch.

F: Was meinen Sie denn damit?

G: Anders rum: Bei uns werden alle Wörter übersetzt, in all ihren Bestandteilen. Und wissen Sie, warum? Sie wissen es: Der Lerner, der Benutzer will wissen, was das Wort bedeutet. Das ist die kognitiv-kommunikative Methode. Ein seltener Fall.

F:   Das klingt interessant.

G: Ja, und außerdem sind die anderen Programme unglaublich langsam. Da läuft das Gespräch immer weiter, da taucht der Satz erst auf ihrem Monitor auf. Und ganz ohne Beispiele. Bei mir wird das sofort mitgeliefert. Der Zusammenhang ist wichtig - wissen Sie, der Zusammenhang.

F: Ach ja, apropos Zusammenhang. Auf welcher Software läuft das?

G: MS-DOS natürlich.

F: Das tut mir Leid, damit arbeiten wir leider schon lange nicht mehr.

G: Macht nichts. Das ist kompatibel. Ich kann das hinkriegen. Am besten, ich komme mal bei Ihnen vorbei, führ' Ihnen das vor, auf MAC, zum Beispiel. Geht das?

F: Vom System her ja. Aber in der nächsten Woche, da sind wir terminlich etwas angespannt - Sie verstehen, die Frankfurter Buchmesse steht vor der Tür und - äh - vielleicht ist es besser, wenn Sie mich, sagen wir mal, wegen eines Termins im Oktober noch einmal anrufen.

G: Buchmesse? Frankfurt? Kein Problem für mich!

Wollen wir nicht dort einen Termin machen? Ich komm' einfach vorbei. Wir lernen uns kennen und dann können wir ...

F: Mh, nein, ich glaube, das wäre nicht optimal. Wissen Sie, da laufen immer diese Kundengespräche rund um die Uhr. Man hat eigentlich keine Zeit, sich auf neue, wichtige Dinge zu konzentrieren. Das wäre schade. Es würde einfach untergehen. Ich mache Ihnen einen Gegenvorschlag:

G: Ja, welchen bitte?

F: Schicken Sie uns doch mal einige Unterlagen über Ihre Methode. Wir werden die Unterlagen vertraulich behandeln, selbstverständlich. Ich seh' mir die Sachen in Ruhe durch und rufe Sie zurück.

G: Ja, gut. Als Lehrer bin ich eigentlich terminlich relativ ungebunden. Ich schicke Ihnen einige Unterlagen und eine Diskette.

F: Ja, bitte schicken Sie die Sachen an unsere Redaktion Fremdsprachen, zu Händen von Frau Kienholz - ich buchstabiere: Kienholz, wie die Tanne: K-i-e-n-holz wie »Holz«. Die Adresse haben Sie ja. Frau Kienholz ist unsere Redakteurin für Übersetzungen und Fremdsprachen. Wie gesagt, wir melden uns dann.

G: Gut, prima, ich schicke Ihnen unsere Unterlagen.

F: Ja, vielen Dank für das interessante Gespräch. Unser Verlag ist im Übrigen immer an interessanten, innovativen Programmen interessiert. Ich bin überzeugt, dass Sie eine sehr gute und interessante Arbeit gemacht haben. Besten Dank.

G: Danke auch für Ihr Interesse. Auf Wiedersehen.