Hörtext 4
Sie hören ein Interview zum Thema ″Studiengang Europäisches Recht an der Universität Passau". Sie hören dieses Interview einmal. Lesen Sie jetzt die Aufgaben 9-18.
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Moderatorin: Campus ist auf Tour in dieser Woche, und zwar sind wir heute an der Universität Passau. Und da ist neben den Kulturwissenschaften die Juristerei ein weiteres Aushängeschild. Und Professor Holger Bremer ist Professor an der Juristischen Fakultät. Herr Professor Bremer, warum hat denn die Juristerei so einen guten Ruf?
Professor. Bremer: Weil - Jura gehört neben der katholischen Theologie ja zu den klassischen Ausbildungsfächern, und es ist immer
noch ein Studium, das in relativ kurzer Zeit absolviert werden kann. Und mit einem Jurastudium hat man gute Chancen für den späteren Beruf, den Staatsdienst, in der Anwaltschaft, in der Wirtschaft. Und ich meine nicht, dass die Berufsaussichten so schlecht geworden sind. Eine gute Ausbildung - und für die sorgen wir in Passau - hat allemal noch den Vorteil, dass man das Leben später meistern kann.
Moderatorin: Sie haben mir vorhin gesagt, dass auch einige Ihrer Studenten hierher gekommen sind. Wollen wir doch mal schaun: Sind Sie Jurist, hier vorne?
Student: Ja, ich bin Jurist.
Moderatorin: Und wie gefällt's Ihnen hier?
Student: Ah, sehr gut, eigentlich. Also die Studienbedingungen sind gut. Und das Fach macht auch Spaß. Moderatorin: Was ist denn das Besondere daran, hier Jura zu studieren?
Student: Ich denk, es ist ein wenig anspruchsvoller als an anderen Unis. Und die Sprachausbildung ist sicherlich auch ein besonderes Merkmal.
Moderatorin: Das heißt, dass man zusätzlich zur Juristenausbildung dann auch noch Sprachen lernt?
Student: Ja, man lernt Sprachen und man lernt das Recht des jeweiligen Landes, also zum Beispiel Französisch oder Englisch und dann halt auch mit französischem und englischem Recht.
Moderatorin: Herr Professor Bremer, Sie sind also international ausgerichtet hier an der Uni. Und jetzt, ab dem kommenden Semester, soll noch was Zusätzliches dazukommen, nämlich ein Masterstudiengang Europäisches Recht. Was steckt denn da genau dahinter?
Professor Bremer: Das ist ein Aufbaustudiengang, für den sich Absolventen des ersten Staatsexamens einschreiben können. Wer dabei eine bestimmte Punktzahl erreicht hat - die ist nicht sehr hoch, also kein Elitestudium - der kann dann mit diesem Zusatzstudium den Titel eines Master des europäischen Rechts erwerben. Dieser Abschluss ist international vergleichbar und berücksichtigt, dass ja in zunehmendem Maße die Juristenausbildung global ausgerichtet ist. Grenzüberschreitend. Das befähigt die Absolventen in hervorragender Weise, sich bevorzugt bei internationalen Organisationen zu bewerben.
Moderatorin: Heißt das, dass die Studenten während des Studiums dann auch schon mal ins Ausland gehen?
Professor Bremer: Es ist sowieso bei uns vorgesehen, dass die Jurastudenten im Rahmen ihrer fachspezifischen Fremdsprachenausbildung einen Auslandsaufenthalt haben. Und dass dieser Auslandsaufenthalt nicht angerechnet wird auf die Studienzeit bis zur Anmeldung zum Examen. Normalerweise müssen sich die Studenten 8 Semestern zum Examen melden. Und wer ins Ausland geht, für den verlängert sich die Zeit.
Moderatorin: Ach so. Kommen wir noch mal zurück auf den neuen Aufbaustudiengang ″Europäisches Recht". Also, man muss dafür ja vorher sein erstes Staatsexamen gemacht haben. Kann man sich denn Studienleistungen aus dem regulären Jurastudium eigentlich anrechnen lassen?
Professor Bremer: Es ist so, für diesen Masterstudiengang können bestimmte Teilerfolge des gewöhnlichen Juristenausbildungsganges angerechnet werden. Da gibt's ein sehr kompliziertes Verfahren bzw. Vorschriften, aber das geht.
Moderatorin: Gibt's denn schon Bewerber?
Professor. Bremer: Ja, wir starten ja jetzt im Winter. Die Sache war bislang im Ministerium. Das war ein etwas aufwendiges Genehmigungsverfahren. Das ist mittlerweile abgeschlossen worden. Es ist in Kraft, und jetzt schaun wir mal, was im Winter auf uns zukommen wird.
Moderatorin: Professor Bremer war das, von der Juristischen Fakultät.
nach: Campus und Karriere, 2000, DeutschlandRadio, Köln; © Jürgen Wiebecke und Bettina Köster
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