Hörtext 4
Uns hat heute das Thema interessiert: „Was ist Ihnen bei Ihrer Chefin oder Ihrem Chef am wichtigsten" beziehungsweise „Wie sollte Ihrer Meinung nach eine gute Chefin oder ein guter Chef sein"? Wir haben dazu einige Leute in der Kölner Innenstadt befragt. Hören Sie hier einige Stellungnahmen.
Nr. 41:
Ja, wissen Sie, ich hab eigentlich noch gar keinen Chef, weil ich noch in der Ausbildung bin. Ich will Ingenieur werden. Aber ich mache gerade ein Praktikum bei einer großen Auto-Firma hier in Köln und da hab ich eine Chefin, mit der bin ich ganz zufrieden. Sie hat viel Geduld mit mir und gibt mir auf alle Fragen eine Antwort. Sie zeigt mir viele wichtige Arbeiten, im Betrieb, eben alles, was ich später als Ingenieur gut brauchen kann. Sie hat mir auch schon das Angebot gemacht, dass ich nach meinem Studium dort anfangen kann.
Nr. 42:
Na, ich hab seit 14 Jahren einen Chef, der mich noch den letzten Nerv kostet! Ich bin seine Sekretärin und er ist ein richtiger Tyrann an manchen Tagen. Ich muss nicht nur seine Briefe tippen, ich muss auch noch seine ganzen Rechtschreibfehler ausbessern und dann braucht er auch noch frischen Kaffee und seine Blumen muss ich auch noch gießen. Es war schon schön, wenn er mich auch mal loben würde, aber da können Sie bei dem lange warten! Er will ja nicht mal zugeben, dass er beim Briefeschreiben so viele Fehler macht!
Nr. 43:
Ich hab keinen Chef. Ich geh noch aufs Gymnasium. Nächstes Jahr mache ich meine Matura und dann will ich studieren. Ich möcht so gern Lehrerin werden. Ja, also, zum Chef kann ich Ihnen noch nichts sagen, aber ich kann Ihnen sehr genau sagen, wie ich mir eine gute Lehrerin vorstelle: nämlich genauso wie unsere Deutsch-Lehrerin. Die kann sehr viel. Die versteht wirklich was von ihrem Fach. Die kann man fragen, was man will, die kennt sich aus - sogar in der Sprachgeschichte. Und dann kann sie auch ganz schön streng sein, aber ich mag das, weil ich dann weiß, wenn die mir einen Einser gibt, dann bin ich auch wirklich gut gewesen.
Nr. 44:
Ich arbeite seit einem Jahr bei einer Computer-Firma. Meine Chefin ist ungefähr 50 Jahre alt, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden mit ihr. Sie macht viele Sitzungen mit uns, wo jeder seine Meinung sagen darf, ohne dass man gleich Angst um die Karriere haben muss. Und sie informiert uns auch über alle wichtigen Sachen, die in der Firma laufen. Ich fühle mich einfach gut bei ihr aufgehoben, weil ich weiß, dass sie genau weiß, wer gut arbeitet und wer nicht so gut ist. Sie kann da sehr genau unterscheiden. Und wenn unser Abteilungsleiter Kritik üben will, dann stellt sie sich immer hundertprozentig vor ihre Mitarbeiter.
Nr. 45:
Nein, einen Chef hab ich nicht. Ich bin Hausfrau. Aber ich hab zu Hause meinen Mann. Und der kann schlimmer sein als jeder Chef. Manchmal wünsche ich mir, ich würd wieder in meiner alten Firma arbeiten - da könnt's nicht schlimmer sein. Wenn der abends von der Arbeit heimkommt, dann ist er immer todmüde. Das kleinste Wort reicht dann schon und es gibt den schönsten Streit. Das Essen passt ihm meistens natürlich auch nicht und wenn ich Fisch koche, will er Fleisch und so weiter. Jetzt hab ich mir fest vorgenommen, dass ich ihn in Zukunft kochen lass. Dann kann er ja sehen, ob's ihm da dauernd so gut schmeckt.